Bolivien – Kolumbien

Heute mal meine ersten Erfahrungen zu den Unterschieden zwischen Bolivien und Kolumbien. Teilweise ist es nicht einfach zu vergleichen, da ich hier in der Hauptstadt bin und in Bolivien war es nur eine der kleineren und ärmeren Städte.

Aber man merkt, dass die Leute hier mehr Geld haben als in Bolivien, denn alleine gestern habe ich hier 5 Porsche am Stück gesehen und ich sehe auch immer Mercedes, VWs und andere deutsche Autos (Opel gibt es hier nicht, da sind es Chevrolet Corsa, Astra und co.), in Bolivien waren es zu 90% Autos aus Asien (ganz viele Toyotas).

Leider meke ich es auch persönlich, dass die Leute reicher sind, denn die ganze Sachen (Lebensmittel, Hygieneartikel, Miete) sind hier so teuer wie in Deutschland, bzw. noch teurer, denn die Supermarktketten haben keine eigenen Billigprodukte sondern nur die „Markenprodukte“ und auch viele Importierte Sachen. Das einzige, was hier wirklich billiger und auch in mehr Varianten verkauft wird ist das Obst. So gibt es hier zum Beispiel „Tomate del arbol“(Tomaten vom Baum), Sternfrüchte, Lulos, Maracujas, Papayas, Guanabana und sehr leckere Ananas zu kaufen.

Ansonsten ist es hier in Bogota sauberer, grüner (es gibt nicht nur im Zentrum Bäume), aber leider nicht unbedingt wärmer. Es regnet hier gefühltermaßen jeden, bis jeden zweiten Tag und es dauert ewig, bis man dort ankommt, wo man hin will (gut Bogotá mit offiziel 8 Mio im gegenzatz zu 250.000 einwohnern in Oruro,…). Vielleicht liegt das mit dem grün und sauber auch nur an der gegend, in der ich wohne. Ich wohne nämlich im Norden und dort ist eher die „reiche“ Gegend, wodurch es aber auch ziemlich sicher ist, denn nachts sind meist noch recht viele leute unterwegs (im vergleich zu Oruro).

Ich finde es hier einfacher mit den Leuten aus der Uni in Kontakt zu kommen, leider sitze ich aber in so ziemlich jeder Vorlesung mit anderen Leuten, sodass ich immer wieder neue Leute kennen lerne, deren Namen ich nach 10 Minuten wieder vergessen habe, weil es inzwischen einfach so viele sind. Mit Laura, Daniela oder Maria liegt man in der Regel aber gar nicht so schlecht.

Ein weiterer Unterschied ist, dass hier an der Uni die Noten auch wirklich für mich zählen und ich deswegen auch immer die vielen Hausaufgaben und co. machen muss. Diese Woche beginnen auch die ersten Parciales (hier werden 3 mal im Semester Prüfungen geschrieben), sodass diese Woche etwas stressig wird mit lernen und allem. Dafür kann ich es am ende des semesters gelassener angehen, denn ich muss nicht den stoff des kompletten semesters können und hab auch schon 60% der Note. Am ende des semesters kann ich dann mal schauen, welches System mir besser gefällt.

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Villa de Leyva

Am vergangenen Wochenende stand für mich wieder eine Reise an, denn am Montag war hier in Kolumbien Feiertag, das heißt ich hatte ein verlängertes Wochenende. Also bin ich am Samstag morgen nach Villa de Leyva gefahren (mit dem Bus zwischen 3 und 4 Stunden nordöstlich von Bogotá). Dort war das „Festival del viento y de las cometas“, also das Fest des Windes und des Drachensteigenlassens, denn um diese Jahreszeit windet es dort sehr viel.

Vergangene Woche habe ich dort vergeblich nach einem Hostelzimmer gesucht und da keines mehr frei war blieb noch die Alternative dort zu zelten. Der Campingplatz war sehr schön, aber leider recht weit vom Zentrum entfernt und vor allem nachts auf dem Rückweg habe ich mich immer gefragt, weshalb wir nichts näheres gefunden haben. Das tolle jedoch an Villa de Leyva ist, dass es dort sehr sicher ist. Die Stadt ist recht klein und im Gegensatz zu Bogotá kann man dort auch noch zu Fuß rumlaufen, wenn es bereits dunkel ist.

Samstags war ich nachmittags dann im Zentrum, denn dort gab es verschiedene Disziplinen, wer und was für Drachen man steigen lässt. Es gab Minidrachen (bis zu 15 cm), „Züge“ mehrere Drachen hintereinander, aber an der selber Schnur oder auch 3 D – Drachen. Abends waren wir dann noch feiern (ein paar Deutsche, ein Mexikaner und ein paar Kolumbianer). Als ich dann danach wieder am Zeltplatz ankam, gab es dort noch ein Lagerfeuer, also einen gelungenen Abschluss für den Abend.

Straße in Villa de Leyva

Am nächsten Tag sind wir dann ein bisschen Fahrrad gefahren. Eigentlich war das Ziel eine historische Stätte, aber auf dem Weg dorthin haben wir ein Schild gesehen, dass diese über Mittag geschlossen ist, deswegen sind wir dann „Pozos“ also ein paar Seen anschauen gegangen. Da dort die Sonne aber ziemlich gescheint hat habe ich mir dann noch einen Sonnenbrand geholt.

Landschaft bei Villa de Leyva

Montags war dann schon wieder der Tag der Abreise. Leider haben wir aber Im Busterminal nurnoch Tickets für einen Bus bekommen, der 2 Stunden später erst abgefahren ist. Deswegen sind wir dann noch einen Drachen kaufen gegangen und haben ihn ein bisschen steigen lassen. Das wollte ich eigentlich schon die ganze Zeit machen, während wir dort waren, denn ich habe mich immer daran erinnert, wie wir früher im Herbst raus aufs Feld sind, um auch in Großaltdorf unsere Drachen steigen zu lassen.

Universität

So, heute mal ein Eintrag zu dem Unisystem hier in Kolumbien.

Es ist recht anstrengend und sehr an die Schule angelehnt, denn es finden immer Kontrollen statt, ob auch alle da sind und ab einer bestimmten Fehlquote ist man automatisch durchgefallen. Außerdem gibt es immer viele Hausaufgaben, 3 Klausuren pro Semester und man gibt auch Sachen ab, für die man dann eine Note bekommt. Die Notengebung ist etwas anders als in Deutschland. Hier geht es von 5,0 bis 0,0. Die 5,0 entspricht der deutschen 1,0 und man muss mindestens eine 3,0 haben um das Fach zu bestehen. Eine 0,0 bekommt man eigentlich nur, wenn man unentschuldigt fehlt oder eine Hausaufgabe nicht abgibt. Ich habe bereits eine Zusammenfassung und Wertung eines Textes schreiben und abgeben müssen. Wir haben die Ergebnisse auch schon bekommen und ich habe eine kolumbianische 5,0 bekommen =)

Dann noch eine andere Sache. Ich habe mitbekommen, dass manche die Bilder zu klein finden. Leider ist es so, dass ich hier nur eine begrenzte Datenmenge hochladen kann, deswegen sind die Bilder kleiner, dann kann ich mehr posten. Aber wenn ihr möchtet könnt ihr auch auf http://www.flickr.com/photos/freya_in_kolumbien/ gehen und da stelle ich nur Fotos mit Beschreibung rein.

wie klein ist doch die Welt II

So, erstmal noch einen Nachtrag zur „feria de las flores“. Hier:

 könnt ihr euch das Lied anhören, dass dieses Jahr das Lied der Feria war (so wie es zu jeder EM und WM auch ein Lied gibt) und man sieht auch schön die Blumengestecke, mit denen die Leute durch die Stadt laufen, was ich ja leider verpasst habe. Ich hoffe, das Video ist in Deutschland nicht gesperrt.

Außerdem habe ich dann auch noch einen anderen Deutschen kennen gelernt, der für ein Semester hier in Bogotá studiert und der ursprünglich aus Dinkelsbühl kommt.

Und dann hab ich jetzt auch noch die Antwort auf die spannende Frage, wo denn die Oma von Camilo (der Sohn der Vermieterin) wohnt. Es ist in Schwäbisch Hall (auf dem Weg ins Kertz rechts abbiegen – ich glaube das ist Rollhof – Reifenhof), also ein paar Straßen von der Waldorfschule entfernt.

Medellin

Dieses Wochenende habe ich meinen ersten Ausflug nach Medellin gemacht. Das ist die zweit größte Stadt Kolumbiens und ich hatte auch die Option dort weiter zu studieren, weil die FH Münster dort auch eine Partneruni hat. Das is auch ganz praktisch, denn so hatte ich bereits einen schlafplatz, denn zwei meiner komilitoninnen haben sich für Medellin entschieden.

Medellin heißt auch „die Stadt des ewigen Frühlings“ und das Klima war eine schöne Abwechslung zu dem Nass-Kaltem Wetter Bogotás. Es hat meistens die Sonne geschienen und nachts um 20 Uhr hatte es immernoch 24°C. Da es tagsüber aber immer über 30°C sind bin ich doch ganz froh, dass ich dort nicht studieren muss. Da würde mich das gute Wetter bestimmt immer von abhalten.

Jetzt noch zum Grund, weswegen ich nach Medellin bin. Es ist dort gerade das „festival de las Flores“, also das Blumenfest. Den Höhepunkt werde ich aber verpassen, da er diesen Dienstag ist. Da gibt es einen Umzug von Leuten, die wie eine Staffelei auf dem Rücken tragen und da sind dann aus den Blütenblättern schöne Motive dargestellt. Die meisten Blumen haben wir im Botanischen Garten gesehen und dort auch hauptsächlich Orchideen in allen möglichen Farben, da das die Nationalblume von Kolumbien ist.

Schön war auch der Umzug von Oltimern, der ein Programmpunkt des Festes war. Dabei kamen dann viele bekannte Autos zum Vorschein, wie Enten oder das folgende. Beeindruckend war, dass die Autos alle in einem super Zustand waren und richtig geglänzt haben.

Das einzig blöde an der Reise war nur, dass das ganze eine Strecke von 450 km ist, aber man im Bus zwischen 9 und 10 h fährt. Dazu hatte ich noch das Pech, dass auf dem Hin- UND Rückweg die Straße immer wieder blockiert war, so dass ich hinzus 12h und zurück 11 h unterwegs war. Eine Erfahung war es aber allemal.