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Und es folgt ein neuer Eintrag. Zuerst erzähle ich ein bisschen was zu der vergangenen Woche. Zuerst einmal war ja dann Rock im Park und da Montags am 17. Frei war hatte ich mit der Freundin, die ich zufällig getroffen habe, ausgemacht zusammen hin zu gehen. Ich kannte zwar keine einzige der auftretenden Gruppen, aber da das ganze kostenlos war hab ich es ausgenutzt. Wir waren zuerst bei „los Cafres“, danach kam „Yooko“, eine neue kolumbianische Band, später „Diamante eléctrico“, die mir am besten gefallen haben und danach kam „Sum 41“, die möglicherweise jemandem bekannt vorkommen kann. Es war ziemlich voll und zum Glück tagsüber gutes Wetter, teilweise fast zu warm. Dafür hat es dann mit regnen angefangen, als wir uns auf den Heimweg gemacht haben. Es war lustig, jedoch auch extrem viel los und naja, wenn man vorher eine Band kennt kann man auch mitsingen.

Als zweites erzähl ich vom Geburtstag des DAAD. Ich bin ja extra deswegen recht früh geflogen, um bei den Vorbereitungen helfen zu können. Das Informationszentrum existiert bereits 10 Jahre in Bogotá. Am Donnerstag war die Feier in der Bibliothek der bekanntesten Schule Bogotas (auf die Schule gehen wohl alle Kinder von den Präsidenten, Abgeordneten,…). Morgens fingen die Aufbauarbeiten an und ab 14 Uhr kamen die ersten Gäste. Es waren Vertreter der Unis, der Botschaft, von deutschen Organisationen,… Die Schule selber ist extrem schön, hier zwei Bilder (natürlich sind wir auch auf das Baumhaus hoch und runter gerutscht – ach ja, Rutschen lösen irgentwie Erinnerungen aus 😉 ).

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Das Event war anstrengend, aber auch lustig. Eine Kolumbianerin hat von ihrer Zeit in Deutschland erzählt, und dass sie ganz am Anfang noch kein Deutsch konnte und im Supermarkt Hundekekse gekauft haben zum Essen und sie erst nach dem Essen bemerkt haben, dass die Kekse eigentlich für Hunde bestimmt waren (und noch andere Geschichten zur Sprachbarriere). Für mich das Schönste war, dass von meiner Universität zwei Vertreterinnen da waren und gleich überrascht und froh waren, mich zu sehen. Es ist geplant (mal schaun, ob sie es auf die Reihe bringen), dass sie ein Brunch für alle Studenten meines deutschen Studiengangs, die sich momentan in Bogotá befinden (also die an der Uni, im Praktikum und ich) organisieren. Ich finde die Idee toll, so komme ich mal wieder für einen Besuch an die Uni hier in Kolumbien zurück.

Samstag war dann noch ein Auftritt meiner Tanzgruppe der Uni. Es war der Wettbewerb zwischen den Unis aus Bogota und die 3 Besten dürfen nach Santa Marta reisen und sich dort wieder präsentieren. Aus meiner ursprünglichen Gruppe war jedoch nur noch einer, der momentan noch in der Gruppe ist. Aus Skype-technischen Gründen war ich dann auch zu spät und konnte meine Gruppe nichtmehr sehen. Sie haben mir aber eine Aufnahme davon gezeigt. Als ich die anderen Gruppen, die noch am Präsentieren waren gesehen habe, wusste ich wieder, warum ich damals Mitglied der Tanzgruppe geworden bin. Das Ganze war so schön und die Bewegungen teilweise so majestätisch und Energie, dass man sich davon anstecken lassen musste. Wir sind geblieben, bis die Gewinner bekannt gegeben wurden (leider ist meine Gruppe nicht unter den besten 3 gewesen) und dann sind wir noch was essen. Wir das sind der eine Tänzer aus der Gruppe, seine Schwester mit ihrem Freund und eine andere ehemalige Integrantin der Gruppe mit ihrem Freund. Es war geplant, danach noch was zu machen, aber wir sind dann spontan noch in eine Bar zum Tanzen und waren da ungefähr 2 Stunden. Diese Spontanität hab ich in Deutschland lange Zeit vermisst. Während der gesamten Zeit des Masters wurde meistens alles lange im Voraus geplant. Erst in letzter Zeit hat sich diese Spontanität glücklicherweise wieder ergeben. Ich merke erst jetzt, wie schön die Spontanität ist und wie gut sie mir auch in den letzten Wochen vor meinem Abflug getan hat. Ich erinnere mich super gerne an den Tag, als es in Kempten mal wieder wahnsinnig heiß war und Niclas und ich einfach eine Abkühlung brauchten. Ich weiß nichtmehr, wer es vorgeschlagen hat, aber innerhalb von 5 Minuten waren wir umgezogen und schon auf dem Weg, um uns in der Iller abzukühlen. Es ist schön, jemand zu haben, mit dem man spontan etwas beschließen kann, an das man sich immer mit einem Lächeln im Gesicht zurück erinnert =)

Und zu guter Letzt – heute. Momentan sind es noch 118 Tage und ich habe heute erneut einen Regenbogen gesehen. In letzter Zeit sehe ich sie besonders häufig – und jedes Mal wird meine Laune etwas besser. Ich glaube ich habe in letzter Zeit auch gelernt, mich an kleinen Dingen zu erfreuen und vor allem, diese auch erstmal zu bemerken. Wahrscheinlich, weil mich all kleinen Dinge an Erlebnisse der letzten Zeit erinnern. Garantiert suche ich aus diesem Grund auch speziell nach Momenten, die mich an den letzten Monat in Kempten erinnern.

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Wiederbelebung

Ich bin zurück in Kolumbien und habe beschlossen, mal wieder ein bisschen an meinem Blog zu schreiben. Mal schaun, wie lange er dieses Mal überlebt und überdauert.

Am Dienstag war mein Flug über Paris nach Bogota und alles verlief gut, nur, dass der Tag sehr früh angefangen hat. Um 3 Uhr ging es los Richtung Frankfurt und dann in den Flieger. Die Zeit im Flieger hab ich hauptsächlich mit Schlafen, Essen und Filmen verbracht. Als ich in Bogota ankam war es 3 Uhr Mittags und der Tag war erstmal ein Schock – von über 30°C auf so um die 10°? Zumindest so kalt, dass ich abends immer eine Decke um mich wickel, um nicht zu frieren.

Es ist etwas komisch wieder hier zu sein. Auf der Arbeit alles vertraut und ich bin seit Donnerstag schon wieder ganz normal am Arbeiten und auf der anderen Seite das Gefühl, noch nicht richtig angekommen zu sein. Die Frage ist, ob ich diesmal überhaupt wirklich ankommen werde, da ich doch mit meinen Gedanken oft wo anders bin. Zudem ist der Spruch „Home is where your heart is“ auch wahr, denn das ist wo anders verblieben. Deswegen zähle ich ab und zu die Tage, bis ich wieder in Deutschland – zu Hause und bei ihm bin. Heute sind es noch 128 Tage bis ich in Frankfurt lande. Ich glaube ich muss meinen Papa bitten, mir nochmal alle Fotos von seinem Maßband zu schicken, dann kann ich sie bei der passenden Gelegenheit mit einfügen. Momentan scheint die Zeit nur noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel zu lang….

Der Tag heute war voller Überraschungen. Die größte war, als ich später aus der Arbeit bin. Als ich aus dem Bus ausgestiegen bin und auf dem Weg „nach Hause“ war, hab ich auf der Brücke eine Freundin aus dem Tanzkurs der Universität getroffen. In einer Stadt mit knapp 10 Millionen Einwohnern ist die Wahrscheinlichkeit minimal und doch eingetroffen. Wir sind also erstmal einen Kaffee trinken gegangen, um uns über alles Mögliche auszutauschen. Außerdem wollen wir uns am Wochenende erneut treffen und möglicherweise zu Rock al Parque (Festival mit verschiedenen Bands, hauptsächlich national oder aus anderen Lateinamerikanischen Ländern) gehen. Das bringt mich bestimmt auch auf andere Gedanken und macht, dass die Zeit schneller vorbei geht….. Oh man, ich seh schon, dass ich jetzt zwar möchte, dass die Zeit so schnell wie möglich vergeht, und am Ende frage ich mich dann – warum ist sie jetzt doch so schnell vorbei?

Und jetzt gebt die Hoffnung auf weitere Einträge nicht auf…